|
|
 | Ich bin Don Rodriguez Juan Conde de Iscar und so weit ich mich erinnern kann, lebte ich schon von Kindheit an am kastilischen Königshof. Man lehrte mich den Umgang mit dem Schwerte, das Reiten und all die anderen höfischen Künste, die es bedarf, um mich zu einem Edelmann werden zu lassen. Die Jahre vergingen und als ich die Schwertleite erfuhr, wurde mir das hohe Privileg zu teil, fortan das Wappen des kastilischen Königs in der Schlacht als sein Schwertführer zu tragen. Man munkelte bei Hofe schon lange, dass ich ein Bastard des Königs sei, da ich meinen Vater nicht kenne und meine Mutter bei meiner Geburt ihr Leben gab. Doch was kümmert mich das Geschwätz der Hofschranzen! Steh ich doch durch die Gunst des Königs weit über ihnen! Mein Amt erfüllte mich wahrhaftig mit Stolz und ich führte mein Schwert stets im Namen Gottes. Doch zahlreiche Schlachten gegen eben so zahlreiche verschiedene Völker erweckten Zweifel in mir, ob Gewalt, Tod, Trauer, Elend und Schmerz wirklich Gottes oder Allahs Wille sein können. Ich richtete meine Frage gen Himmel, doch wie erwartet blieb die Antwort aus. Seit jenen fernen Tagen ziehe ich auf der Suche nach Wahrheit mit meinen Getreuen umher, um die Menschen zu lehren, dass man selbst sehen sollte, um von Wissen zu reden und nicht nur vom Gehörten zu glauben. | |
|
|