ein flandrischer Söldner
Ich hasse die Kälte …. doch war das nicht immer so … als Kind liebte ich die verschneiten Wiesen meines Heimatdorfes in Flandern … doch das ist lange her …
Mein Vater war Schmied in unserem Dorf … ein guter noch dazu … und als die Soldaten kamen, um ihre Pferde beschlagen zu lassen, wollten sie ihn nicht bezahlen.
Er war ein stolzer Mann … und damals dachte ich, er solle sie ziehen lassen … doch das konnte er nicht … sie schlugen ihn … wieder und wieder … und als er sich schon nicht mehr regte, verbrannten sie sein Fleisch auf seiner Esse ….
Sein Tod war warm … meine Mutter, meine Geschwister und mich stießen sie in den Dorfbrunnen … das Wasser an seinem Grund war tödlich kalt … meine kleinen Geschwister hatten nicht den Hauch einer Chance … auch meine Mutter hielt dem Wasser nicht lange stand … und starb … unsere Nachbarn holten meinen fast gefrorenen Körper erst aus dem Wasser, als sie sicher waren, dass die Soldaten nicht zurückkehren würden …
Ein wenig blieb ich noch in „unserer“ Heimat, doch ich spürte, dass man mich hier nicht mehr wollte … zu viel Schuld verspürten sie, wenn sie in meine Augen blickten. Mein Blick machte ihnen Angst … blieb er doch so kalt wie das Wasser des Brunnens im Winter ….
Darum verließ ich sie … ließ mich von einer Horde Marodeure anheuern und ziehe seitdem kämpfend, plündernd und mordend durch die Lande.
Noch ist mein Tag nicht gekommen … doch auch mich wird der Schnitter einmal holen … und wer weiß, vielleicht sehe ich sie dann wieder … meine Familie …


