Tochter von Brandolf von Au
Man erzählt sich, dass es sich eines schönen Tages zutrug. Ein wundervoller Morgen, die Sonne schien. Und auch meine Geschichte will erzählt werden.
Alles begann mit meiner Geburt. Ich wuchs bei meinem Vater, Brandolf von Au, auf. Viele Jahre führten wir ein Leben, unwürdig eines Neugeborenen, weit ab von Liebe, Zuneigung und Geborgenheit. Mein Vater zog raubend und mordend duch die Ländereien und ich wuchs zu einem jungen Mädchen heran.
Je mehr Jahre vergingen, umso aufsässiger wurde ich. Erst als mein Vater unter die Gewalt des Fürstabts zu Kempten kam, gestaltete sich mein Leben angenehmer. Ich fand Freunde und erlernte, trotz Verbot meines Vaters, den Umgang mit Waffen. Auch war ich bald des Schreibens mächtig, wodurch ich für das Erstellen wichtiger Dokumente und Schriften sehr bald eingesetzt wurde.
Mein Vater raubte und mordete unterdessen weiter und ich fühlte mich durch seine stetige Abwesenheit mehr und mehr allein. Jedesmal, wenn mein Vater mich "besuchte", enttäuschte er mich wieder und wieder. Ich hatte es satt, immer wieder von seinen Machenschaften zu hören, dankbar zu sein, für ein Leben in Luxus, bezahlt durch Raub, Mord und Schlimmeres. Deshalb beschloss ich eines Tages, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Und so ziehe ich nun selbst durch das Land und verdiene mein Geld als Geschichtenerzählerin und Tagelöhnerin. So trug sich meine Geschichte zu. Die Geschichte der Mira von Au.
